Jan. 10.

Unser Städtchen liegt …


Unser Städtchen liegt … (Textanfang) ist ein Prosastück von Franz Kafka, das 1920 entstand, und dem Max Brod den Titel Die Abweisung gab. Es erzählt von einem sehr entlegenen Städtchen, in dem die Obrigkeit jede Bitte der Untertanen abweist. Es handelt sich um eines der weniger interpretierten Kafka-Werke. Ebenfalls mit dem Titel Die Abweisung (aber anderen Inhalts) gibt es eine kurze Erzählung aus dem im Jahr 1913 erschienenen Sammelband Betrachtung.

Ein Ich-Erzähler berichtet aus seinem Städtchen, das weit entfernt von der Grenze einerseits und der Hauptstadt andererseits liegt und keine Verbindung nach außen hat. In der fernen Hauptstadt mögen Dynastien ausgelöscht, ja die Stadt selbst zerstört worden sein, ohne dass das im Städtchen irgendeinen Widerhall gefunden hätte.

Beherrscht wird das Gemeinwesen von einer Beamtenschaft, deren höchster der alte Obersteuereinnehmer ist, der über alle Angelegenheiten entscheidet. Ordnung und Spitzeldienste im Städtchen werden durch Soldaten gewährleistet. Sie sind aber eigentlich nicht ernst zu nehmen, sie sprechen nicht die Sprache der Bewohner und dienen eher als Kinderschreck. Sie sind zwar nicht böse, aber sie sind unerträglich.

Der Erzähler erinnert sich, wie er als Kind miterlebte, dass die Bewohner, vertreten durch einen demütigen Mann, eine Eingabe an den Stadtoberen vorbrachten. Nach einem Brand im Armenviertel erhoffte man sich steuerliche Erleichterungen. Nicht der Obersteuereinnehmer, sondern ein niederer Beamter beschied dann: „Die Bitte ist abgewiesen. Entfernt Euch.“ Und so war es bei jeder Bitte in dieser Stadt. Und die Bewohner sind darüber gar nicht enttäuscht, sie kommen ohne diese Abweisung gewissermaßen nicht aus. Allerdings unter die jungen Burschen schleicht sich Unzufriedenheit ein.

Der Erzähler ist zwar einer der Stadtbewohner, aber er scheint eine größere Fähigkeit zur räumlichen und zeitlichen Einordnung der Geschichte zu haben als die anderen. Er zweifelt auch die Legitimation des obersten Beamten an. Aber auch er – wie die anderen Stadtbewohner- begehrt nicht auf gegen die Verhältnisse.

Die Sprache ist unspektakulär. Es ist nicht der nüchterne Kafka-Duktus angesichts eines Schreckens. Da ist auch kein Schrecken. Die Bewohner und der Stadtobere haben sich arrangiert, es scheint fast wie ein Spiel, von dem man angeregt nach Hause geht. Die Bewohner erwarten ja auch nichts, sind aber auch nicht hoffnungslos. Die zum Schluss angeführte Unzufriedenheit der Jungen könnte einerseits einen Ausblick geben in sich ändernde Zeiten, andererseits ist die Unzufriedenheit junger Menschen nichts Spektakuläres und noch keine Garantie auf wirklichen Wechsel.

Gerhard Rieck sieht in der Abweisung ein zentrales Motiv Franz Kafkas, das sich im ganzen Werk wiederfinde.

„Auf der abstrakten Ebene vollzieht sich die Abweisung besonders drastisch im Schloß, wo die Schloßbürokratie und die Dorfbewohner dem Landvermesser K. den ganzen Roman hindurch den Eintritt in ihren Bereich und in ihre Gemeinschaft verweigern.“

In Bezug auf die Erzählung weist Rieck darauf hin, wie häufig, ausführlich und genau die Abweisung geschildert werde, während der Gegenstand der Bitte nur vage und unklar erwähnt werde:

„Schließlich formulierte er die Bitte, ich glaube, er bat nur um Steuerbefreiung für ein Jahr, vielleicht aber noch um billigeres Bauholz aus den kaiserlichen Wäldern.“

Rieck weist das Motiv der Abweisung in einer Reihe weiterer Erzählungen Kafkas nach glass beverage bottles with lids, etwa Gib’s auf, Der Kübelreiter, Die Prüfung, Fürsprecher, In der Strafkolonie, Josefine und in allen Romanen. Rieck zitiert in diesem Kontext Günther Anders, für den Kafka sich „nicht eingesperrt, sondern ausgesperrt“ fühle. Rieck hält die Motive der Abweisung, des Ausgeschlossenseins auf dem Balkon und die Beobachtung des elterlichen Geschlechtsverkehrs, der Urszene im Sinne Freuds für die Grundelemente des Kafkaschen Traumas.

Für die Autoren der Franz Kafka Encyclopedia beschreibt die Abweisung ein Herrschaftsritual von Petition und Abweisung, das politische Herrschaft stabilisiere.

Für Wilhelm Emrich repräsentiert der Oberst das „Gesetz der Welt“, das „nicht nur Opfer alles Besitzes, sondern vor allem Hingabe des Selbst“ fordere. „Daher muss auch der Oberst alle Bitten der Bevölkerung ‚abweisen‘.“ Daher sieht Emrich die Regierung des Städtchens als außerhalb jeder konkreten politischen Herrschaft, als „dem geschichtlichen Wandel entzogen“, als „unüberschreitbar“ entfernt von der „übrigen Welt“. Emrich vergleicht die Regierung des Oberst mit der Beamtenherrschaft im Roman „Das Schloss“, die jede Annäherung „unnahbar“ und „undurchdringlich“ verweigern müssten.

„Denn im Angesicht dieses Gesetzes, dieser Mauer der Welt, hinter der nichts mehr ist, die das Ganze abschließt, ist entweder nur völlige Hingabe oder nur völlige Zurückweisung möglich. Die Schuld des Daseins kann entweder nur ganz durch Preisgabe des Daseins abgezahlt werden oder in den von der Regierung festgesetzten Steuerabgaben. … Für jedes Stück Leben, das gelebt wird, sind auch bestimmte Schulden zu bezahlen.“

In diesem metaphysischen Sinne interpretiert Emrich die Unzufriedenheit der jungen Leute am Ende der Erzählung als verfehlte Hoffnung auf revolutionäre Veränderungen, die nicht erkenne, dass „keine Erfüllungen im irdischen Leben möglich“ sind. Angesichts des „Vernichtungskampf(es) der Geschichte“ sei „die furchtbare Wahrheit“ der Erzählung, dass Friede mit der Vernichtung aller Hoffnung bezahlt werden müsse.

Das vorliegende Stück entstand laut Kritischer Gesamtausgabe im Jahre 1920 zwischen August und Dezember des Jahres, der Titel „Abweisung“ stammt von Max Brod, der den Text 1936 in der Beschreibung eines Kampfes veröffentlichte. 1937 wurde die Erzählung von Hanuš Bonn erstmals ins Tschechische übersetzt. Ähnlich wie Zur Frage der Gesetze und Die Truppenaushebung entstand „Die Abweisung von 1920“ unter dem Eindruck der Lektüre tibetanischer Reisebeschreibungen. Thema ist jeweils die Einbindung des Individuums und seine Subordination unter dem Diktat eines Machtapparates.

Typisch für diese und verwandte Texte sind das erzählende „Wir“ und die Perspektive eines distanzierten Erzählers, des Chronisten eines unbekannten Reiches. Deutliche Bezüge gibt es auch zu den drei Jahre älteren Erzählungen, die sich auf das chinesische Reich beziehen. Die „Franz Kafka Encyclopedia“ nennt weiterhin zwei Texte, die Kafka in dieser Zeit gelesen habe: die Übersetzung eines chinesischen Totenbuches und eine Reportage von Bertrand Russell über die politischen Verhältnisse in Russland nach der Oktoberrevolution.

Es ergeben sich auch starke Anklänge an zwei Stücke aus dem Band Ein Landarzt. Eine kaiserliche Botschaft erinnert an die Beschreibung der riesigen Weite, in der das Städtchen verloren liegt. Ebenso Ein altes Blatt; auch dort haben die Einwohner von der Obrigkeit nichts zu erwarten, während sich ihr Schicksal verhängnisvoll entwickelt. Bei der Abweisung von 1920 allerdings scheinen die Bewohner kein so schweres Los zu haben, sie haben aber auch selbst nicht das Bewusstsein, dass sie von der Obrigkeit irgendeine Hilfe bekommen könnten.

Zu Lebzeiten veröffentlicht:  Ein Damenbrevier | Gespräch mit dem Beter | Gespräch mit dem Betrunkenen | Die Aeroplane in Brescia | Richard und Samuel | Großer Lärm | Betrachtung | Das Urteil | Der Heizer | Die Verwandlung | Vor dem Gesetz | Der Mord | Ein Brudermord | In der Strafkolonie | Ein Landarzt | Der Kübelreiter | Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse | Ein Hungerkünstler

Postum veröffentlicht (Auswahl):  Bilder von der Verteidigung eines Hofes | Beschreibung eines Kampfes | Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande | Kleine Seele | Der kleine Ruinenbewohner | Unter meinen Mitschülern | Skizze zur Einleitung für Richard und Samuel | Die städtische Welt | Ein junger ehrgeiziger Student&nbsp

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;| Einleitungsvortrag über Jargon | Erinnerungen an die Kaldabahn | Der Dorfschullehrer | Blumfeld, ein älterer Junggeselle | Der Gruftwächter | Die Brücke | Eine Kreuzung | Der Schlag ans Hoftor | Der Jäger Gracchus | Beim Bau der Chinesischen Mauer | Eine alltägliche Verwirrung | Der Nachbar | Vom jüdischen Theater | Die Prüfung | Der Geier | Prometheus | Die Zürauer Aphorismen | Brief an den Vater | Der große Schwimmer | Unser Städtchen liegt … | Heimkehr | Zur Frage der Gesetze | Die Wahrheit über Sancho Pansa | Das Stadtwappen | Der Steuermann | Kleine Fabel | In unserer Synagoge | Das Schweigen der Sirenen | Poseidon | Die Truppenaushebung | Forschungen eines Hundes | Das Ehepaar | Fürsprecher | Gibs auf | Der Unterstaatsanwalt | Der Process | Das Schloss | Der Verschollene | Der Aufbruch | Der Bau


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Jan. 09.

Syed Waheed Ashraf


Syed Waheed Ashraf is an Indian Sufi scholar and poet in Persian and Urdu. Ashraf received his B.A., M.A. and PhD (1965) degrees from Aligarh Muslim University. The title of his doctoral dissertation was A Critical Edition of Lataife Ashrafi. After serving at a number of Indian universities (Punjabi University at Patiala, M.S. University of Baroda and the University of Madras), Ashraf retired as head of the department of Arabic, Persian and Urdu at the University of Madras in 1993 expandable fanny pack. Fluent in seven languages (Pahlavi, Persian, Arabic, Urdu, English, Hindi and Gujarati), he writes in Urdu, Persian and English, has written, edited or compiled over 35 books and a number of research articles, and has been honoured in India and abroad. Ashraf has focused on upholding and propagating the principles and practices of Sufism.

Ashraf traces his lineage to a family of Syeds in Kachhauchha Sharif, a small town in the district of Ambedkar Nagar, eastern Uttar Pradesh. He was born on 4 February 1933, the third child of librarian Syed Habeeb Ashraf and Syeda Saeeda. Habeeb worked in the village library; although he was enrolled at Firangi Mahal, a madrasa in Lucknow dry pack cell phone case, he did not complete his education due to the death of his father. He was well-versed in Ilmul Jafar and Ilmul Ramal (Islamic geomancy). Habeeb wrote to his eldest son, Syed Amin Ashraf (who was stationed in Aligarh), six months before his death asking him to be home on 3 February 1972 for his burial.

Syeda Saeeda was the daughter of a Unani doctor in the village. Before her marriage, she assisted her father in the preparation of drugs in his dispensary and acquired a knowledge of Unani medicine (particularly diseases of women and children).

Habeeb and Syeda had four sons and three daughters. The two elder sons were Syed Amin Ashraf and Syed Hameed Ashraf. The youngest son (and their fifth child) was Syed Ashraf. Their daughters were Syeda Mahmooda, Syeda Masooda and Syeda Raheen. Syed Amin Ashraf received his PhD in English literature from Aligarh Muslim University, and later taught in the same department. Amin Ashraf is regarded as an accomplished poet in Urdu ghazals. He has compiled three poetic collections – Jadae Shab, Bahare Ijaad and Qafase Rang – and a collection of his papers in a book, Bargo Bar. He has received[citation needed] awards from Ghalib Academy, New Delhi and Uttar Pradesh Urdu Academy in Lucknow. Several critical essays about his poetry have been published. Their second son, Syed Hameed Ashraf (who died in 1993), studied Shariah at Al Jamiatul Ashrafia Mubarakpur and Darul Uloom Deoband, received B.A., M.A. and M.Phil degrees in Arabic literature from Aligarh Muslim University and taught at a number of Indian madrasas. Syed Waheed Ashraf learned Islamic theology from his brother, Syed Hameed Ashraf.

Ashraf received his primary education from the village madrasa and graduated from middle school in Baskhari, a small town near his home, in 1948. He received his high-school certificate from Mohd. Hasan Inter College in Jaunpur District. After high school, Ashraf suspended his studies for seven years due to poor health. He then earned his undergraduate, postgraduate and doctoral degrees (1965) from Aligarh Muslim University.

After receiving his PhD, Ashraf was a temporary lecturer at Punjabi University in Patiala for a year before returning to Aligarh University as a UGC senior research fellow. In 1971, he received a permanent faculty position as a lecturer at M.S. University of Baroda in Gujarat. In 1977, Ashraf joined the University of Madras as a reader in Persian. He became a professor in 1982, and retired as head of the department of Arabic, Persian and Urdu at the University of Madras in 1993.

Ashraf was devoted to Sufi literature. After completing his education at Aligarh Muslim University, he gave spiritual allegiance (baith) to Syed Qadeer Ahmad Ashrafiul Jilani in Kichaucha Sharif. He was initiated into the Ashrafiya order, and Jilani made him his successor (khalifa). Ashraf delivered lectures on Masnavi Maulan Rum at his home in Baroda.


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